Terrazzo

Terrazzo


Terrazzo gibt es seit mehreren tausend Jahren. Ein ca. 8000 Jahre alter Boden wurde vor geraumer Zeit in einer Kultstätte in Südanatolien entdeckt. Der traditionelle Terrazzoboden bildete ohne genaue Planung einen homogenen Belag aus bunten Marmorsteinchen und dem Bindemittel, zumeist Gips, Kalk oder Traßkalk. Die Römer perfektionierten in der Antike das Handwerk. Sie schmückten die Böden mit aufwendigen Mosaiken in Kombination mit Terrazzo. In der Renaissance und im Barock erfuhr Terrazzo eine weitere Blütezeit. Thermen, Kirchen, Paläste und Villen zeugen noch heute von dem Können der Terazzeri. Deren Arbeit galt als Kunst, die eifersüchtig gehütet und nur vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde.

Die damaligen Herstellungsregeln gelten noch immer. Seit dem 19. Jahrhundert löste der Zement die klassischen Bindemittel ab. Terrazzo wird zweischichtig hergestellt. Auf dem Estrichvorsatz verlegt man eine 15 mm oder 30 mm starke Schicht aus Marmorgranulat und Zement. Die klassische Feldeinteilung durch Mosaikfriese wird heute aus Kostengründen durch Schienen aus Plastik, Messing oder Aluminium ersetzt. Nach dem Antrocknen wird die Masse gewalzt und nach weiteren 3 bis 5 Tagen in mehreren Arbeitsgängen geschliffen und poliert. Das Handwerk geriet nördlich der Alpen fast in Vergessenheit. Das letzte Aufleben dieser alten Handwerkskunst erlebte man um 1900. Heute gibt es nur noch wenige Firmen in Deutschland, die diese Form der Bodenverlegung beherrschen.